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FAQs

Hier finden Sie Fragen und Anworten rund um das Pumpspeicherkraftwerk


Fragen zum Hintergrund und zum Standort

  • Warum planen die Stadtwerke Trier ein Pumpspeicherkraftwerk?
    Die Stadtwerke Trier haben sich das Ziel gesetzt, 2025 50 Prozent des in Trier benötigten Stroms aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Neben dem Ausbau der Erzeugungsanlagen muss auch die Speicherung der gewonnenen Energie berücksichtigt werden. Denn die Sonne scheint nicht immer dann, wenn Strom benötigt wird, und auch wenn es windstill ist, besteht ein Bedarf an Energie. Eine mögliche Lösung bietet ein Pumpspeicherkraftwerk, da es die Energie zwischenspeichert, wenn ein Überangebot besteht, und bedarfsgerecht wieder zur Verfügung stellt.
    Ziel ist es, mit dem geplanten Pumpspeicherkraftwerk den Stromverbrauch der Region auszuregeln und die Möglichkeit zu schaffen, ein regionales Energiekonzept auf der Grundlage erneuerbarer Energie zu verwirklichen. Hier liegt ein besonderer Schwerpunkt darauf, möglichst viel regionale Überschussenergie aus erneuerbaren Energien direkt und ohne lange Leitungswege in der Region zu speichern und bei Bedarf in das Stromnetz einzuspeisen. Das Pumpspeicherkraftwerk soll den Strombedarf der Landkreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, des Eifelkreises Bitburg-Prüm, der Vulkaneifel sowie der Stadt Trier ausregeln.


  • Wie lange kann das Pumpspeicherkraftwerk Strom liefern?
    Das Pumpspeicherkraftwerk weist einen Bruttoenergie-Gehalt von ungefähr 3.400 Megawattstunden (MWh) auf und kann somit circa 10 Stunden lang unter Volllast Strom erzeugen.


  • Wo soll das Pumpspeicherkraftwerk gebaut werden?
    Das Pumpspeicherkraftwerk soll an der Mosel in der Verbandsgemeinde Schweich gebaut werden. Die Anlage soll aus zwei Becken bestehen, die einen Höhenunterschied von ca. 200 Meter aufweisen. Das Unterbecken soll im Kautenbachtal angrenzend an die Ortslage Ensch errichtet werden, das Oberbecken ist auf dem Mehringer Berg/Hummelsberg in Mehring geplant.



  • Warum wurde der Standort Hummelsberg/Kautenbachtal gewählt?

    Für den Standort sprechen neben den topographischen Gegebenheiten wie die Flächenverfügbarkeit, der Höhenunterschied sowie die Nähe zur Mosel zur Erstbefüllung folgende Gegebenheiten: Nähe zum Stromnetz für den Anschluss des Pumpspeicherkraftwerks, Anbindung an die A1 Anschlussstelle Schweich – so wird der Baustellenverkehr weitestgehend von den umliegenden Ortschaften und der touristisch wichtigen B53 ferngehalten.



  • Wurden Alternativstandorte geprüft?
    Im Rahmen einer Alternativenprüfung wurde die gesamte Region Trier nach möglichen Standorten für ein vergleichbares PSKW untersucht. Hierbei ergaben sich 28 Alternativstandorte, die nach verschiedenen Kriterien auf ihre Eignung geprüft wurden. Der Standort Hummelsberg-Kautenbachtal hat sich dabei als eindeutig vorzugswürdige Alternative herausgestellt.



Fragen zur Technik

  • Wie funktioniert ein Pumpspeicherkraftwerk?
    Die Hauptbestandteile eines Pumpspeicherkraftwerks sind das Ober- und Unterbecken sowie die Maschinentechnik. Wenn in verbrauchsschwachen Zeiten viel Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, kann es zu einem Überangebot an Strom kommen. Dieses Überangebot wird genutzt, um Wasser mit einer elektrischen Pumpe vom tiefer gelegenen Unterbecken in das höher gelegene Oberbecken zu pumpen. Wenn in verbrauchsstarken Zeiten ein Unterangebot an Strom besteht, wird das Wasser aus dem Oberbecken abgelassen. Es läuft durch die Turbine und erzeugt so Strom, der dann in das Stromnetz eingespeist wird.


  • Welches Speichervolumen umfassen Ober- und Unterbecken?
    Sowohl Ober- als auch Unterbecken weisen nach aktuellem Planungsstand ein Speichervolumen von sechs Millionen Kubikmeter auf.


  • Warum kann die Mosel nicht als Unterbecken genutzt werden?
    In ersten Überlegungen wurde die Mosel zwischen den Staustufen Trier und Detzem als mögliches Unterbecken geprüft. Eine technische Studie hat allerdings ergeben, dass die Mosel u.a. aufgrund bestehender Restriktionen des europäischen Schiffverkehrs nur zur Erstbefüllung genutzt werden kann.



  • Können Ober- und Unterbecken als künstliche Seen genutzt werden?
    Bei Ober- und Unterbecken handelt es sich um technische Bauwerke. Beide Becken werden komplett abgedichtet und zum Teil eingezäunt. Zudem schwankt der Wasserpegel bei beiden Becken stark. Deshalb können sie nicht als künstliche Seen (zum Baden, Angeln, Bootfahren, …) genutzt werden. Rund um die Becken wird ein Betriebsweg angelegt, der teilweise als Wanderweg touristisch genutzt werden kann.



Fragen zur Bauphase und dem Betrieb


Fragen zur Finanzierung und zum Genehmigungsverfahren

  • Wer steckt hinter dem geplanten Pumpspeicherkraftwerk?
    Aktuell wird das Projekt von den Stadtwerken Trier (SWT Stadtwerke Trier Versorgungs-GmbH) und der Firma juwi aus Wörrstadt in der Projektentwicklungsgesellschaft SWT PSKW-Rio GmbH getragen. Bei der Projektumsetzung und dem späteren Betrieb des Pumpspeicherkraftwerks sollen weitere Kooperationspartner eingebunden werden.



  • Wie erfolgt die Finanzierung? Sollen Dritte mit eingebunden werden?
    Wir planen bei der Umsetzung weitere Partner einzubinden, unter der Voraussetzung, dass  die Partner den regionalen Ansatz zur Ausregelung erneuerbarer Energien hinter dem Projekt vertreten. Außerdem soll der Großteil der Investition über regionale und überregionale Banken fremdfinanziert werden. Darüber hinaus ist eine Bürgerbeteiligung angedacht. Die genaue Umsetzung muss im Laufe des Projektes noch erarbeitet werden.


  • Müssen die im Bereich des Pumpspeicherkraftwerks liegenden Grundstücke verkauft werden?
    Für die Flächenbereitstellung wird ein Bodenordnungsverfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz durchgeführt. Zuständige Behörde ist hier das Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Mosel (DLR Mosel).Es führt in seiner Funktion als Flurbereinigungsbehörde das Bodenordnungsverfahren PSKW-Rio durch. Zum Erwerb der betroffenen Flächen wird frühzeitig in die Grundstücksverhandlungen eingestiegen. Die Kontaktaufnahme erfolgt dabei ausschließlich über das DLR Mosel.
    Bei dem Bodenordnungsverfahren sind alle betroffenen Kommunen eingebunden, um deren Wünsche bestmöglich umzusetzen.


  • Wie erfolgt der Flächenausgleich für die Baumaßnahmen? Werden Ausgleichsflächen vor Ort herangezogen?
    Im Rahmen der Baumaßnahme müssen die in Anspruch genommenen Flächen in einem von der Genehmigungsbehörde vorgegebenen Verhältnis ausgeglichen werden. Der Flächenausgleich soll weitestgehend innerhalb der Verbandsgemeinde Schweich erfolgen. Hierfür soll das u.a. bestehende Flächenkonzept der Verbandsgemeinde Schweich herangezogen werden. Dies betrifft sowohl Waldflächen, Grünland als auch Ackerland und Bachläufe. Die Auswahl der Ausgleichsflächen erfolgt dabei in enger Abstimmung mit den Gemeinden und den Genehmigungsbehörden.


  • Was ist ein Raumordnungsverfahren?
    Die Erfordernis zur Durchführung eines Raumordnungsverfahrens (ROV) ergibt sich aus dem Raumordnungsgesetz in Verbindung mit dem Landesplanungsgesetz. Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens werden die raumbedeutsamen Auswirkungen des Projekts unter überörtlichen Gesichtspunkten geprüft. Dies beinhaltet insbesondere Auswirkungen auf die Siedlungsstruktur, Land- und Forstwirtschaft, Erholungs- und Fremdenverkehr, Umwelt- und Naturschutz sowie Freiraumstruktur (Wiesentäler, Landschaftsschutzgebiete usw.). Zuständige Genehmigungsbehörde ist die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord mit Sitz in Koblenz.
    Das Raumordnungsverfahren für das geplante Pumpspeicherkraftwerk hat von Juni 2012 bis September 2013 gedauert. Im Sommer 2013 haben die Stadtwerke Trier mit den Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren begonnen.



  • Was ist ein Planfeststellungsverfahren?
    Planfeststellungsverfahren sind förmliche Verfahren zur Genehmigung von raumbedeutsamen Vorhaben. Der Planfeststellungsbescheid beinhaltet alle sonst erforderlichen Genehmigungen, die für die Umsetzung des Projektes notwendig sind. Angestrebtes Ziel ist ein positiver Planfeststellungsbescheid. Zuständige Genehmigungsbehörde ist die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord mit Sitz in Koblenz.
    Für das Pumpspeicherkraftwerk Rio laufen seit Sommer 2013 die Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren, das voraussichtlich 2015 offiziell beginnen soll und dann 2016 abgeschlossen werden könnte.




Sonstige Fragen

  • Welche Vorteile hat das Pumpspeicherkraftwerk für die Verbandsgemeinde Schweich und die betroffenen Ortsgemeinden?
    Nach Fertigstellung der Bauarbeiten werden wir sowohl den Kommunen als auch den Bürgern die Möglichkeit bieten sich an dem PSKW-Rio zu beteiligen. Darüber hinaus profitieren sie von zusätzlichen Einnahmen:  Das PSKW Rio wird ein weiterer Anziehungspunkt in der Verbandsgemeinde Schweich, der den Standort überregional bekannt macht und ein technikinteressiertes Publikum anspricht. Deswegen sind ein Besucherzentrum sowie die Neugestaltung des Ortsbildes von Ensch im Bereich des Kautenbachs in Planung. Neben der touristischen Aufwertung soll ein neues Hochwasserkonzept für Ensch entwickelt werden.
    Um die Ideen und Wünsche der Menschen vor Ort in diesen Prozess einzubeziehen, ist im September 2013 ein Arbeitskreis gegründet worden.


  • Gibt es zukünftig Besichtigungsmöglichkeiten/Führungen?
    Es ist geplant, ein Besucherzentrum – ähnlich wie im bestehenden Pumpspeicherkraftwerk in Vianden - zu errichten. Hier soll sowohl die bauliche Umsetzung des Pumpspeicherkraftwerks als auch der energiewirtschaftliche Hintergrund dargestellt werden. Außerdem besteht die Überlegung, einen Stollen als Besucherstollen zu nutzen. Genaueres wird sich im Rahmen der weiteren Planungen zeigen. Eine touristische Vermarktung soll gemeinsam mit dem Touristikbüro der Verbandsgemeinde Schweich erfolgen. Sowohl eine Begrünung des Ringdamms des Oberbeckens als auch des Schüttdamms des Unterbeckens ist geplant. Ziel ist es, das Unterbecken in ein Wanderwegenetz einzubinden und einen Weg über den Schüttdamm verlaufen zu lassen.
    Im September 2013 wurde ein Arbeitskreis mit der Gemeinde Ensch gegründet, in dem u. a. relevante Aspekte zum zukünftigen Tourismuskonzept besprochen werden.


  • Wie ist der Zeitplan des Projektes?
    Im Juni 2012 wurden die Unterlagen zum Raumordnungsverfahren eingereicht, das im September 2013 offiziell  abgeschlossen wurde. Parallel starteten die Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren, das 2016 beginnen und 2017 abgeschlossen sein soll. Läuft alles nach Plan könnte 2018 der Bau beginnen und 2021 das Pumpspeicherkraftwerk in Betrieb gehen.
    Im ersten Halbjahr 2013 fand die erste Phase des geologischen Erkundungsprogramms statt. Hier wurden insgesamt 12 Bohrungen im Projektgebiet abgeteuft sowie zahlreiche Laboruntersuchungen durchgeführt.Die zweite Phase des geologischen Erkundungsprogramms ist in Planung.


  • Was bedeutet der Name „PSKW- RIO“?
    In Anlehnung an die energiepolitisch bedeutsame internationale Klimaschutzkonferenz von Rio de Janeiro im Jahr 1992 der UNCED (Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung) trägt das Projekt den Namen PSKW-Rio.


  • Wie erfolgt die weitere Information der Öffentlichkeit?
    Die Öffentlichkeit soll wie bisher regelmäßig über die Presse, Informationsveranstaltungen und aktuellen Information auf unserer Homepage informiert werden. Darüber hinaus hat im Rahmen des Raumordnungsverfahrens eine Öffentlichkeitsbeteiligung stattgefunden (Sommer 2012), bei der die Antragsunterlagen offen gelegt wurden. Das gleiche gilt im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens. Für individuelle Fragen stehen außerdem unsere Projektmitarbeiter Sandra Folz (0651-717 2434) und Christian Porten (0651-717 2263) zur Verfügung.





Ansprechpartner

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    Unternehmenskommunikation
    Carsten Grasmück

    Tel.: 0651 717-1054
    Fax: 0651 717-2259






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