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Bild: Energie- und Technikpark Trier

Energie- und Technikpark Trier

Auf dem Weg zum Öko-Gewerbequartier für Stadt und Stadtwerke


Eine gute Nachbarschaft

Wir, die Stadtwerke Trier (SWT), betreiben im Norden von Trier das Hauptklärwerk für die Stadt Trier und Umgebung. Auf einer Fläche von rund 60.000 Quadratmetern reinigen wir dort jährlich mehr als acht Millionen Kubikmeter Abwasser. Durch eine Effizienz-Initiative haben wir den Stromverbrauch in den letzten Jahren um mehr als 20 Prozent gesenkt. Parallel dazu haben wir die Stromerzeugung vor Ort ausgebaut: zwei Blockheizkraftwerke (BHKW), Photovoltaik-Anlagen (PV) sowie einer Wasserkraftanlage im Reinwasserablauf sorgen dafür, dass unser Hauptklärwerk seinen Energiebedarf seit 2016 vollständig selbst CO2-neutral deckt. Ein künstliches neuronales Netz regelt die Stromerzeugung und -verbrauch in Echtzeit aus. „Vom Fass ohne Boden zum intelligenten Vorzeigebetrieb“ – mit dieser Zusammenfassung wurde unser Projekt „Energieautarkes Klärwerk mit dem VKU-Innovationspreises 2017 ausgezeichnet.

Konversion: Für Mensch und Umwelt

In direkter Nachbarschaft zum Hauptklärwerk haben wir ein rund 43.000 Quadratmeter großes Gelände (+ Erweiterungsoption) samt der darauf befindlichen Industriegebäude und -Hallen erworben. Dieses Areal entwickeln wir in einem Konversionsprojekt zu gemeinsam genutzten Betriebshof für Stadt und Stadtwerke, dem Energie- und Technikpark (ETP). Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen betrieblichen Einheiten verspricht vielfältige Synergieeffekte und bietet den Mitarbeiterinnen beider Institutionen moderne und zukunftsweisende Arbeitsplätze. Die Neu- bzw. Umgestaltung bietet die Möglichkeit, das Areal städtebaulich aufzuwerten. Die Arbeits- und Bürokonzepte werden gemäß organisationsindividuellen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Leitwerten umgesetzt. Besonders ist das Energiekonzept, denn das Areal soll maßgeblich durch Energie versorgt werden, die entweder auf dem Gelände selbst oder im benachbarten Klärwerk erzeugt wird. Das zentrale Element der Nutzung der Überschussenergie eines Klärwerks ist für Rheinland-Pfalz einmalig und bietet vielfältige Weiterentwicklungs- und Übertragungsmöglichkeiten auf andere vergleichbar strukturierte ländliche Räume in Deutschland.

Zertifiziert: Nachhaltiges Gewerbegebiet

Bei der Zertifizierung als nachhaltiges Gewerbegebiet gemäß der Vorgaben der Deutschen  Gesellschaft für nachhaltiges Bauen ([DGNB])spielen sowohl Aspekte der Energie- und Ressourceneffizienz als auch nachhaltige Arbeitsplatz- und Bürogestaltung eine Rolle. Die Gebäude sollen gemäß dem Cradle to Cradle®-Prinzip ökoeffektiv aus- und umgebaut werden. Dieses Prinzip des Gebäudebaus in Kombination mit unserem Energiekonzept, bietet die Chance, das Areal als nachhaltiges Gewerbegebiet zertifizieren zu lassen. Die Zertifizierung dient auch als Leitfaden, um die verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen zusammenzuführen und zu steuern. Die Zertifizierung berücksichtigt und überprüft u. a. folgende Aspekte:
  • Ökologische Qualität (z. B. Ökobilanz, Biodiversität, Stadtklima, Umweltauswirkungen, Gewässer- und Bodenschutz)
  • Ökonomische Qualität (z. B. Lebenszykluskosten, Wandlungsfähigkeit, Wirkungen auf die Kommune)
  • Soziokulturelle und funktionale Qualität (z. B. Barrierefreiheit, Nutzergesundheit, -behaglichkeit, -freundlichkeit)
  • Technische Qualität (z. B. Energieinfrastruktur, Wertstoffmanagement, nachhaltige Mobilität)


Energiekonzept: vorausschauend und flexibel

Um die Wärmeerzeugung und den -verbrauch zu flexibilisieren, bauen wir einen der ehemaligen Nacheindicker-Türme zu Warmwasser-Pufferspeichern um. Fassungsvolumen: mehr als 100 Kubikmeter. Diese Pufferspeicher sorgen u. a. in Kombination mit dem bereits vorhandenen Klärgasspeicher für die notwendige Flexibilisierung. Unser Ziel: Wir möchten den gesamten Standort zu jeder Zeit CO2-neutral versorgen. Dazu sollen auch die Flexibilitätspotenziale der Digitalisierung (z. B. Smart Home-Technologien) und der  Elektromobilität genutzt werden.) und der Elektromobilität für die Steuerung der Quartiersversorgung genutzt werden. Langfristig verfolgen wir das Ziel, den Energie- und Technikpark energieautark zu betreiben.


Ansprechpartner

  • Bild
    SWT-Architekt
    Christian Reinert

    Tel.: 0651 717-2310




  • ETP für Stadtwerke Award nominiert

    Als einer von 30 Bewerbern haben wir uns mit dem Projekt „Energie- und Technikpark – Gemeinsam Mehrwert entwickeln“ für die Runde der letzten sechs qualifiziert. Die Gewinner werden am 18. September in Köln bekannt gegeben.

  • Sieger beim Ideenwettbewerb "EnEff.Gebäude.2050"

    Beim Ideenwettbewerb „EnEff.Gebäude.2050“ ist das ETP-Konzept im Dezember 2017 als eines von zehn herausragenden und innovativen Konzepten im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Berlin prämiert worden.



  • Zahlen, Daten, Fakten

    • Investitionen: 15-20 Millionen Euro
    • Bezug: von Ende 2018 bis 2022
    • Entwicklungsfläche: 45.000 qm
    • freiwerdende Fläche in der Ostallee: 10.000 qm
    • Mitarbeiter am Standort: 380 (200 Stadt Trier, 180 SWT)







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