Offiziele Interpräsentation SWT AöR. SWT AöR - Klimaschutz per Gesetz: Was auf Unternehmen zukommt

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    Klimaschutz per Gesetz: Was auf Unternehmen zukommt

    Die Bundesregierung lobt sich, das größte Klimapaket in der Geschichte dieses Landes auf den Weg gebracht zu haben. Opposition und Umweltverbänden dagegen geht das längst nicht weit genug. Sie fordern Nachbesserung. Einig sind sich fast alle: Der Klimaschutz duldet keinen weiteren Aufschub. Was zeichnet sich also ab, worauf müssen sich Unternehmen einstellen? Ein erster Über- und Ausblick.

    Die CO2-Bepreisung

    • Ab 2021: Neues Brennstoffemissionsgesetz

      Ein Eckpfeiler des Klimapakets ist der geplante Preis für die CO2-Emission fossiler Energien, der sogenannte CO2-Preis. Mit der Festlegung auf die CO2-Bepreisung ist die zunächst diskutierte und insbesondere von der Wirtschaft befürchtete CO2-Steuer vom Tisch. Sie hätte nach einhelliger Ansicht von Experten zu einer weit höheren Belastung der Unternehmen geführt als die jetzt angestrebte Lösung.

      Beschlossen ist: Das neue „Brennstoffemissionsgesetz“ soll ab 2021 Unternehmen, die mit Heizöl, Erdgas, Flüssiggas, Kohle, Benzin oder Diesel handeln, verpflichten, für den mit deren Verbrauch einhergehenden CO2-Ausstoß ein CO2-Zertifikat zu kaufen und dafür einen CO2-Preis pro Tonne zu zahlen. Über den damit verbundenen Preiseffekt möchte die Bundesregierung Unternehmen und Haushalte dazu bringen, auf klimaschonende Technologien wie Wärmepumpen oder Elektroantriebe umzusteigen, erneuerbare Energien zu nutzen und generell Energie zu sparen. So weit besteht weitgehend Konsens. Über den Einstiegspreis und die Staffelung wird aber heftig gestritten.

      Die geplanten CO2-Preise pro Tonne:

      • 10 Euro ab 2021
      • 20 Euro ab 2022
      • 25 Euro ab 2023
      • 35 Euro ab 2025
      • Eine Deckelung bei 60 Euro ab 2026, wobei dann die Emissionsrechte ersteigert werden sollen


      Die „Grünen“ hatten einen Einstiegspreis von 60 Euro pro Tonne CO2 bereits ab 2020 und danach einen jährlichen Anstieg um jeweils 20 Euro gefordert. Sie konnten sich im Bundesrat nicht durchsetzen.


    • Auswirkungen der CO2-Bepreisung

      Genaue Zahlen dazu liegen noch nicht vor. Es bleibt auch abzuwarten, in welchem Umfang die Energiehandelsunternehmen die Kosten für die CO2-Zertifikate in den Preisen an ihre Kunden weitergeben, beziehungsweise weitergeben können.

      Erste Anhaltspunkte gibt es aber schon:

      • Bei dem Einstiegspreis von 10 Euro pro Tonne CO2 erhöht sich ab 2021 der Preis für Benzin und Diesel um etwa 3 Cent pro Liter.
      • Ein CO2-Preis von 35 Euro ab 2025 verteuert den Dieselpreis pro Liter um etwa 11 Cent, den von Benzin um knapp 9 Cent.

      Die CO2-Bepreisung wird sich also zunächst recht moderat auswirken. Nur Unternehmen, die sehr viel Gas verbrauchen oder lange Transportwege haben sowie solche mit energieintensiver Produktion, müssen perspektivisch mit höheren Belastungen rechnen.

      Die Belastung der Berufspendler soll durch die Erhöhung der Pendlerpauschale auf 35 Cent/km und eine Mobilitätsprämie für Geringverdiener in Höhe von 4,9 Cent pro Arbeitstag ab dem 21. Kilometer ausgeglichen werden. Das wird jetzt im Vermittlungsausschuss neu verhandelt.


    Hilfen für die energetische Gebäudesanierung

    Da die Regelungen des neuen Gebäudeenergiegesetzes vom Bundesrat in den Vermittlungsausschuss verwiesen wurden, lässt sich zunächst nur sagen, was Verhandlungsgegenstand ist. Selbst wenn, wie von der Bundesregierung gewollt, bis zum Ende des Jahres eine Einigung erzielt werden könnte: Die Ausgestaltung der Einzelgesetze mit Verordnungen und Durchführungsvorschriften kann erst 2020 erfolgen. Bis die Details feststehen, wird es also noch dauern. So lange wird die Unsicherheit anhalten.

    • Ziel

      Ziel des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ist es, mit Förderungen und verbesserter steuerlicher Abschreibung für energetische Sanierungen den CO2-Ausstoß von Wohngebäuden bis 2030 gegenüber 2014 um 40 Prozent zu senken. Bis 2050 soll sogar Klimaneutralität erreicht werden. Der Anteil der Gebäude am Gesamt-CO2-Ausstoß in Deutschland liegt laut Umweltbundesamt bei 30 Prozent.

    • Eckpunkte

      Gegenstand der Verhandlungen sind jetzt folgende Eckpunkte aus der Gesetzesvorlage:
      Aufwendungen für energetische Gebäudesanierungen im selbst genutzten Wohneigentum sollen bis zu einer Höhe von 20 Prozent, maximal 40.000 Euro über drei Jahre, von der Steuerschuld abgezogen werden können (für Gebäude älter als zehn Jahre).

      Das soll für folgende Maßnahmen gelten:
      • Einbau einer klimafreundlichen Heizung
      • Einbau moderne Fenster
      • Dämmung von Außenwänden und Dach
      Gedacht ist die Regelung als Alternative zu den bisherigen Förderpaketen der KfW mit zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen. Sie können also nicht zusätzlich in Anspruch genommen werden. Gelten soll dies zunächst nur zwischen 2020 und 2029, erstmals für das Steuerjahr 2020 – immer unter dem Vorbehalt einer Einigung im Vermittlungsausschuss.

    • Soforthilfe: SWT-Contracting

      Hocheffiziente Blockheizkraftwerke produzieren Strom und Wärme gleichzeitig – und schonen dadurch das Klima. Ein Grund, warum die SWT schon seit Jahren Unternehmen dabei unterstützen solche Lösungen per Contracting zu realisieren. Die SWT kümmern sich dabei um alles. Sie übernehmen Planung, Bau und Betrieb der Heizzentrale – der Kunde zahlt lediglich einen individuell vereinbarten Preis für die abgenommene Wärme.

      Sie haben Interesse an individuellen Contractinglösungen für effiziente Erdgas-Heiztechnik?  Bei Fragen hilft Martin Wühn unter Telefon 0651 717-2260 oder per E-Mail an: martin.wuehn@swt.de weiter.


    EEG-Umlage wird sinken

    • Preise ab 2021

      Zum 1. Januar 2020 steigt bekanntlich die EEG-Umlage erneut, diesmal um 0,351 Cent je Kilowattstunde (kWh) auf 6,756 Cent/kWh. Damit soll der Zenit überschritten sein. Im Klimapaket ist vereinbart, die Belastung des Strompreises durch Umlagen und Abgaben allmählich zurückzufahren. Ab 2021 soll die EEG-Umlage schrittweise sinken:
      • ab 2021 um 0,25 Cent/kWh
      • ab 2022 um 0,5 Cent/kWh
      • ab 2023 um 0,625 Cent/kWh

    • Finanzierung

      Finanziert wird die sukzessive verringerte EEG-Umlage aus den Erträgen der CO2-Abgabe. Grundsätzlich dürfte sich der Rückgang der Umlage aber noch deutlicher bemerkbar machen. Denn ab 2021 fallen erstmals viele Altanlagen aus der EEG-Förderung heraus. Da diese noch in den Genuss der höchsten Einspeisevergütung kamen, wird dadurch das über die EEG-Umlage finanzierte EEG-Konto entlastet. Grundsätzlich gleicht die EEG-Umlage die Differenz zwischen den gesetzlich festgelegten Vergütungssätzen für Ökostrom und den für den Strom an der Energiebörse erzielten Preisen aus. Deshalb hängt die tatsächliche Entlastung der Umlage auch von der Preisentwicklung an der Strombörse ab. Je höher die Preise an der Strombörse sind, desto geringer kann die EEG-Umlage ausfallen und umgekehrt.

    • Was wäre ohne EEG?

      Interessant zu wissen: Bei allem Ärger über die bisher stetig gestiegene EEG-Umlage und die hohen Strompreise –  ohne Wind- und Solarstrom wären die Beschaffungspreise an der Strombörse seit 2013 wohl doppelt bis dreifach so hoch gewesen. Das ergab eine Analyse der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach läge der Strompreis ohne die Förderung der erneuerbaren Energien heute im Mittel etwa 8 bis10 Cent/kWh über dem heutigen Preisniveau.

    Sie möchten wissen, was noch auf Sie zukommt? Wir halten Sie über Neuregelungen und weitere Bausteine des Klimapakets auf dem Laufenden. Geplant sind 2020 folgende Beiträge:
    • Einbauverbot von Ölheizungen ab 1.1.2026
    • Maßnahmenpaket zur Förderung der Elektromobilität
    • Mehrwertsteuersenkung für Bahnfahrten und Verteuerung von Flugtickets

    Quelle: trurnit Frankfurt GmbH

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