Offiziele Interpräsentation SWT AöR. SWT AöR - Bio-Erdgas: Wie aus Gülle Heizenergie wird

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  • Bio-Erdgas: Wie aus Gülle Heizenergie wird

    Über ein über 45 Kilometer langes Leitungsnetz liefern Biogasanlagen ihr Rohbiogas zu dieser Aufbereitungsanlage. Hier wird die Energie veredelt und in das vorhandene Erdgasnetz eingespeist.

    Der Aufbereitungsprozess

    Im folgenden erfahren Sie Schritt für Schritt wie das funktioniert.

    • 1. Reinigung

      Bild:
      Betreiber der Biogasanlagen

      1. Die Landwirte produzieren Rohbiogas aus landwirtschaftlichen Reststoffen (Gülle, Festmist, Futterreste) und nachhaltig angebauten nachwachsenden Rohstoffen.
      2. Dieses Rohbiogas besteht zu etwa 53 Prozent aus Methan (CH4) und ca. 46 Prozent aus Kohlendioxid (CO2). Darüber hinaus enthält es in sehr geringen Konzentrationen Sauerstoff, Schwefelwasserstoff, Stickstoff, etc. Im ersten Aufbereitungsschritt, der Reinigung, werden diese Inhaltstoffe durch Aktivkohlefilter direkt auf den Höfen zurückgehalten.
      3. Anschließend wird das Rohbiogas gekühlt und in das Biogasnetz eingespeist und zur zentralen Biogasaufbereitungsanlage transportiert.

    • 2. Aufbereitung

      Bild:
      Biogaspartner Bitburg GmbH

      1. Nach der ersten Reinigung beim Erzeuger strömt das Rohbiogas durch das Leitungsnetz in den Rohbiogasspeicher auf dem Betriebsgelände am Flugplatz in Bitburg. Bis zu 5.300 Kubikmeter Rohbiogas können hier gesammelt werden.
      2. Im zweiten Aufbereitungsschritt wird – vereinfacht ausgedrückt – das CO2 aus dem Rohbiogas entfernt. Dazu wird das Rohbiogas mit rund 3 bar in spezielle Druckbehälter gepresst. Diese sogenannten Adsorber sind mit Aktivkohle gefüllt, die durch den Druck die CO2-Moleküle bindet (= adsorbiert). Das so gereinigte Biogas besteht zu 98 Prozent aus Methan und kann nun weiter aufbereitet werden. Die Biogasaufbereitungsanlage ist auf die Verarbeitung von 1.800 Nm³/h Rohbiogas ausgelegt. Das abgetrennte CO2 bietet optimale Voraussetzungen für den Aufbau einer Power-to-gas- Anlage. So kann aus regionalem Überschussstrom erzeugter Wasserstoff zu Bioerdgas umgewandelt und in der bestehenden Infrastruktur gespeichert werden.

    • 3. Einspeisung

      Bild:
      SWT Stadtwerke Trier Versorgungs-GmbH

      1. Die Biogaspartner Bitburg GmbH bereitet das Rohbiogas in der Biogasaufbereitungsanlage auf Erdgasqualität auf.
      2. Aber auch Erdgas unterscheidet sich je nach Netzgebiet in seinen brennstoffspezifischen Kennwerten. Daher übernehmen die Stadtwerke Trier als Betreiber des Erdgasnetzes die Aufgabe, das aufbereitete Rohbiogas auf die exakten Brennstoffeigenschaften des Bitburger Erdgasnetzes zu überführen und auf den erforderlichen Netzdruck anzupassen.

    • 4. Ausblick

      Bild:
      Die Biogaspartner Bitburg haben sich darauf verständigt, den Maiseinsatz zur Erzeugung von Rohbiogas zu begrenzen, um dem Anbau von Monokulturen entgegen zu wirken. Das Projekt zeigt, wie Bestands-Biogasanlagen nach Auslauf der EEG-Vergütung fortbestehen können und dazu beitragen, dass der Anteil an regionalem Bioerdgas steigt. Mit der Einspeisung in das vorhandene Erdgasnetz kann das regional erzeugte Bioerdgas an unterschiedlichen Stellen effizient genutzt werden: in Blockheizkraftwerken mit dauerhafter Wärmenutzung, als alternativer Kraftstoff im Mobilitätssektor oder als (Beimisch-)Produkt für die Energieversorgung der Menschen in der Region. Das Produkt heißt Landgas Eifel und wird von der Landwerke Eifel Vertriebs-GmbH verkauft.

      Die intelligente Steuerung des Gesamtsystems durch künstliche Intelligenz ermöglicht es, die bei den Landwirtschaftsbetrieben installierten Blockheizkraftwerke im Bedarfsfall als Flexibilitätsoption zu nutzen. So leistet die vorhandene Infrastruktur einen zusätzlichen Beitrag, um die schwankende Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie auszugleichen.

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