Offiziele Interpräsentation SWT AöR. SWT plant Pumpspeicherkraftwerk

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Bild: SWT plant Pumpspeicherkraftwerk
  • 12.04.2011

    SWT plant Pumpspeicherkraftwerk

    Zwei Becken, sechs Millionen Kubikmeter Wasser, 55 Hektar Wasserfläche, 300 Megawatt Leistung: Die SWT Stadtwerke Trier planen die Errichtung eines Pumpspeicherkraftwerks an der Mosel. Auf einem Berg in der Verbandsgemeinde Schweich könnte zukünftig regional erzeugter Strom gespeichert werden.

    Trier, 12. April 2011. Erneuerbare Energien produzieren Strom nicht zeitgleich so, wie Verbraucher ihn benötigen. Der Wind bläst nicht automatisch, wenn man den Lichtschalter anmacht. Und auch die Sonne scheint nicht, wenn man am Abend fernsehen möchte. Deshalb hängt die Energiezukunft maßgeblich von neuen Speichermöglichkeiten ab. Aus Sicht von SWT-Vorstand Dr. Olaf Hornfeck bringen regionale Energiespeicherlösungen zwei Vorteile mit sich: „Erstens halten wir die Wertschöpfung damit in der Region und zweitens vermeiden wir Energieverluste durch lange Transportstrecken“, erläutert Hornfeck in einem Pressegespräch am 12. April 2011, bei dem die Stadtwerke eine mögliche Speicherlösung vorgestellt haben: Mit einem Pumpspeicherkraftwerk auf dem Berg zwischen Longuich und Ensch an der Mosel (Verbandsgemeinde Schweich) könnte der Stromverbrauch der gesamten Region ausgeregelt werden.  Das bedeutet, dass überschüssige Energie aus regenerativen Quellen in dem Kraftwerk zwischengespeichert und bei Bedarf wieder umgewandelt werden könnte. Aktuell führen die SWT-Verantwortlichen Gespräche mit den Bürgervertretern des Landkreises und der Verbandsgemeinde sowie mit Fachfirmen, um die tatsächliche Realisierbarkeit eines solchen Projekts auszuloten.

    Auf den ersten Blick sind die Bedingungen vor Ort optimal:

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    1. Der Höhenunterschied von Oberbecken (bei Longuich) und Unterbecken (bei Ensch) beträgt rund 200 Meter. Mit dem Wasseraustausch zwischen den Becken wäre eine elektrische Leistung von insgesamt 300 MW möglich.
    2. Eine  Anbindung an die Mosel ist prinzipiell möglich, aber nicht unbedingt erforderlich. Hintergrund: Durch die größere Höhendifferenz (300 Meter zum Oberbecken) könnte man mit der gespeicherten Wassermenge mehr elektrische Energie erzeugen.
    3. Die notwendigen Stromleitungen zum Anschluss des Kraftwerks sind bereits vorhanden und müssten nicht neu gebaut werden.
    4. Der Baustellenverkehr könnte vorwiegend über die bestehende Autobahn direkt zur Baustelle geführt werden.

    Aber ist der Boden vor Ort überhaupt für ein solches Vorhaben geeignet? Welche Tiere leben in dem Areal? Welche Pflanzen gibt es dort? Wie genau können alle gesetzlichen Auflagen erfüllt werden? Antworten auf diese und weitere Fragen sollen unterschiedliche Vorstudien liefern. Diese werden aktuell geplant und teilweise von externen Ingenieurbüros bereits durchgeführt.

    Günther Schartz, Landrat des Kreises Trier Saarburg, sieht in diesem Projekt einen weiteren wichtigen Baustein des Regionalen Energiekonzepts der Planungsgemeinschaft Region Trier: „Erneuerbare Energien werden in der Region Trier bereits heute intensiv genutzt und weitere bedeutende Potenziale sind vorhanden. Mit dem geplanten Speicherprojekt haben wir nun einen ersten Lösungsansatz auf dem Tisch, wie wir diese Energie auch in der Region nutzbar machen könnten.“

    Ein konkretes Beispiel nennt Berthold Biwer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Schweich: „Auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Schweich wird jährlich doppelt so viel Strom aus erneuerbaren Energien produziert, wie die Bewohner verbrauchen. Dafür haben wir im Jahr 2010 den Deutschen Solarpreis gewonnen. Mit einem solchen Speicherkraftwerk könnten wir vor unserer Haustür die Möglichkeit schaffen, den überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien zwischenzuspeichern und dann bei Bedarf wieder abrufen zu können.“

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    SWT-Projektleiter Rudolf Schöller rechnet damit, dass eine mögliche Baugenehmigung Ende 2012 vorliegen könnte. Mindestens weitere drei bis fünf Jahre würde es dann dauern, bis das Kraftwerk tatsächlich Strom speichern und somit auch produzieren kann, „aber dazu müsste alles laufen wie am Schnürchen“, ergänzt Schöller direkt. Das Gesamtprojekt würde voraussichtlich mehr als 300 Millionen Euro kosten. Die Frage nach den Investoren lässt Schöller noch offen. Im Rahmen der Projektentwicklung werde man Projektpartner finden, vorzugsweise aus dem regionalen und kommunalen Umfeld.

    Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen sieht in der partnerschaftlichen Vorgehensweise den Schlüssel zum Erfolg: „Nur durch gute und kontinuierliche interkommunale Zusammenarbeit schaffen wir die Energiewende in der Region. Ein solches Projekt wäre natürlich ein großer Schritt in die richtige Richtung: Sollte das Kraftwerk gebaut werden, könnte es in vier bis sechs Jahren die Energiespeicherfunktion für den gesamten Stromverbrauch der Region übernehmen.“

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