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Bild: Pumpspeicherkraftwerk (PSKW) Rio
15.02.2017

Pumpspeicherkraftwerk (PSKW) Rio

Um zukünftig regional erzeugten Strom speichern und ausregeln zu können, planen wir zusammen mit dem Projektentwickler juwi ein Pumpspeicherkraftwerk an der Mosel bei Ensch und Mehring mit einer Leistung von 300 Megawatt.


Sachstand der Projektentwicklung

  • Planfeststellungsverfahren (PFV)
    Nach positivem Abschluss des Raumordnungsverfahrens im September 2013 haben wir im Anschluss die ersten Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren (erste Phase geologische Erkundung, hydrologische Messprogramm, Flurbereinigung) begonnen. Aufgrund der bisher noch fehlenden Investitionsanreize warten wir aktuell auf positive Signale aus Berlin, um die Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren fortzuführen.
    Das Planfeststellungsverfahren prüft die Genehmigungsfähigkeit der Anlage. Erst wenn dieses Verfahren positiv abgeschlossen werden kann, könnte der Bau der Anlage starten.



  • Geologische Erkundung
    Von Januar bis Mai 2013 haben wir eine erste Testreihe mit Bohrungen und Schürfungen im Bereich der Thesenmühle bei Schweich, auf dem Hummelsberg bei Mehring und im Kautenbachtal bei Ensch gestartet. Mit diesen Arbeiten prüfen wir, ob der Standort aus geologischer Sicht für den Bau des geplanten Pumpspeicherkraftwerks geeignet ist. So dienen die Bohrungen beispielsweise dazu, die tatsächliche Gesteinssituation vor Ort zu analysieren, die genaue Größe und Lage der vorhandenen Stollen aus dem Altbergbau zu ermitteln und die Tragfähigkeit des Geländes zu bestimmen.

    Inzwischen ist die erste Phase dieses geologischen Erkundungsprogramms abgeschlossen. Bisher ist aus geologischer Sicht kein technisches Ausschlusskriterium festgestellt worden. Allerdings konnten wir aufgrund dieser ersten Ergebnisse die Planung weiter konkretisieren. So haben die Bohrungen im Bereich des Unterbeckens beispielsweise ergeben, dass die Gesteinsschichten durchlässig sind und deswegen das Unterbecken komplett abgedichtet werden muss. Ebenfalls neu ist ein zusätzlicher Abschlussdamm für das Unterbecken, der erforderlich ist, um die Ausdehnung der Pegelschwankungen im Unterbecken entlang des Kautenbachs zu begrenzen und gleichzeitig den Sedimenteintrag in das Unterbecken zu reduzieren.
    Aufgrund dieser Ergebnisse wird jetzt in enger Abstimmung mit der zuständigen Behörde, dem Landesamt für Bergbau und Geologie (Mainz), die zweite, ausführlichere Phase des geologischen Programms vorbereitet. In dieser Phase wird unter anderem eine Spezialfirma gezielt den Altbergbau der Grube Morgenstern aus dem 19. Jahrhundert untersuchen. Außerdem werden auf Wunsch der Enscher Bürger in der zweiten Phase zusätzliche Bohrpunkte an der rechten Hangflanke des Kautenbachtals berücksichtigt.



  • Flurbereinigungsverfahren
    2013 hat das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel (DLR) ein vereinfachtes Flurbereinigungsverfahren Pumpspeicherkraftwerk Rio angeordnet, um die erforderlich gewordene Neuordnung des Grundbesitzes auszuführen.
    Insgesamt rund 930 Hektar Land in den Gemarkungen Ensch, Mehring, Longen, Bekond, Schweich und Fell werden im Rahmen des Verfahrens neu geordnet, circa 340 Hektar davon benötigt das geplante PSKW. Die insgesamt rund 1200 Grundstücksbesitzer haben die Möglichkeit, ihr Grundstück entweder gegen neues Land zu tauschen oder es zu verkaufen. Im Falle eines Verkaufs zu Gunsten des PSKWs zahlen die SWT dem Eigentümer mehr als den in der Wertermittlung festgestellten Grundstückswert. Der anzusetzende Erhöhungsfaktor sinkt, je später sich ein Eigentümer für den Verkauf entscheidet.
    Falls ein Eigentümer sich schon für den Verkauf seines Grundstücks entschieden hat, kann er ab sofort Kontakt mit dem DLR aufnehmen. Alle Informationen sowie eine Karte des Verfahrensgebiets finden Sie auf der Homepage des DLR unter Abteilungen / Landentwicklung / Verfahrensübersicht / 71107 Pumpspeicherkraftwerk Rio.




Allgemeine Projektbeschreibung

  • Projektidee
    Mit Blick auf den Ausbau der erneuerbaren Energien gelten Pumpspeicherkraftwerke als wichtige Bausteine der zukünftigen Energieversorgung, da sie elektrische Energie speichern und bedarfsgerecht zur Verfügung stellen können. Wir planen ein Pumpspeicherkraftwerk (PSKW) an der Mosel in der Verbandsgemeinde Schweich. Der Name „PSKW-Rio“ ist ein Arbeitstitel und bezieht sich auf die im Jahre 1992 in Rio de Janeiro stattgefundene UN-Klimaschutzkonferenz.

    Der geplante Standort der Anlage liegt auf der Gemarkung Mehring / Ensch in der Verbandsgemeinde Schweich und besteht aus zwei Becken, die je eine Fläche von 45-70 ha umfassen und einen Höhenunterschied von ca. 200 m aufweisen. Das Oberbecken wird als künstliche Speicherbecken im Bereich Mehringer Berg/Hummelsberg errichtet. Mit Hilfe einer Talsperre wird das Kautenbachtal zum künstlichen Unterbecken. Beide Becken umfassen ein Speichervolumen von ca. 6 Mio. m³. Die Leistung des PSKW wird ca. 300 MW betragen.

    Ziel dieses Projektes ist es, mit dem geplanten Pumpspeicherkraftwerk den Stromverbrauch der gesamten Region auszuregeln und die Möglichkeit zu schaffen, ein regionales Energiekonzept auf der Grundlage erneuerbarer Energie zu verwirklichen. Hierbei liegt ein besonderer Schwerpunkt darauf, möglichst viel regionale Überschussenergie aus erneuerbaren Energien direkt und ohne lange Leitungswege in der Region zu speichern und bei Bedarf wieder einzuspeisen. Dies betrifft insbesondere die Landkreise Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich, den Eifelkreis Bitburg-Prüm, Vulkaneifel sowie die Stadt Trier.


  • Projektpartner
    juwi Logo 150pxMit der juwi-Gruppe aus Wörrstadt haben wir einen erfahrenen Partner für die Entwicklung des PSKW-Rio gewonnen. Gemeinsam wollen wir das Projekt zur Baureife bringen und haben zu diesem Zweck im November 2013 eine gemeinsame Projektentwicklungsgesellschaft unter dem Namen SWT PSKW-Rio GmbH gegründet.
     
    Zur Aufgabenverteilung:
    • Die Stadtwerke Trier sind als Hauptinitiator des Projekts für die Fortführung des Genehmigungsverfahrens sowie die Koordination der damit verbundenen Arbeiten verantwortlich.
    • juwi bringt seine langjährige Erfahrung in der Projektentwicklung in die strategische Ausrichtung des Projektes ein und unterstützt die SWT konkret mit ihrer Expertise in der Durchführung von Genehmigungsverfahren sowie in Bezug auf die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung in einem sich ändernden Marktumfeld.

    Gemeinsam stellen wir uns der Herausforderung mit dem PSKW-Rio eine Speichermöglichkeit für erneuerbare Energien zu schaffen und damit einen regionalen Beitrag zur Energiewende zu leisten.


  • Funktionsweise
    Bei dem geplanten PSKW wird Wasser aus dem künstlich angelegten Unterbecken im Bereich des Kautenbachtal in ein rund 200 m höher gelegenes künstliches Oberbecken auf dem Mehringer Berg/Hummelsberg in der Verbandsgemeinde Schweich gepumpt. Dies erfolgt in Zeiten, in denen ein Überangebot an Strom existiert, d.h. mehr Strom erzeugt als in diesem Moment benötigt wird. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn an einem sonnigen Sonntagnachmittag eine hohe Stromproduktion durch Photovoltaik-Anlagen erfolgt, gleichzeitig aber eine nur geringe Stromabnahme herrscht.

    Oftmals stellt sich die Situation allerdings auch umgekehrt dar. In Zeiten hohen Stromverbrauchs stehen nicht ausreichend Erzeugungskapazitäten zur Verfügung, beispielsweise bei einer Windflaute oder in der Nacht. Wind- und Photovoltaikanlagen können also nicht genügend Energie erzeugen. Dann kann das Wasser des Oberbeckens über unterirdische Rohrleitungen und Turbinen ins Unterbecken abgelassen werden und dabei Strom erzeugen. Hauptziel des PSKW ist es demnach nicht – wie bspw. in einem herkömmlichen Kraftwerk – Strom zu produzieren, sondern vielmehr Strom über Umwandlungsprozesse zu speichern. Dabei wandelt das Kraftwerk zunächst die elektrische Energie in potenzielle Energie um, um diese dann bei Bedarf wieder abrufen zu können.

    PSKW Funktionsgraphik 560px
    (Funktionsbild eines Pumpspeicherkraftwerks, entspricht nicht den örtlichen Gegebenheiten)





Ansprechpartner

  • Bild
    Unternehmenskommunikation
    Carsten Grasmück

    Tel.: 0651 717-1054
    Fax: 0651 717-2259



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Geologisches Erkundungsprogramm

Frühjahr 2013, Phase 1





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